Was ist Iaidō?


  1. 居 i bzw. iru steht für anwesend sein, körperlich wie geistig
  2. 合 bedeutet zusammenpassen, vereinen; in diesem Zusammenhang auch so etwas wie "aufeinander abgestimmte" Aktion/Reaktion im richtigen Augenblick".
  3. 道 dō ist der Weg oder auch das Prinzip

Iaidō [iaido:] (jap. 居合道) ist eine alte japanische Budo-Disziplin. Sie lehrt, in einer einzigen fließenden Bewegung das Schwert zu ziehen und zu schneiden. Das konzentriert im Idealfall den Kampf auf einen einzigen, alles entscheidenden Augenblick.
Da man echte Metallschwerter verwendet, wird Iaidō fast ausschließlich ohne Partner, mit "unsichtbarem Gegner" trainiert. Man übt in streng festgelegten Formen (Kata), die das Ziehen, Schneiden, Abschlagen des Blutes von der Klinge und Zurückstecken des Schwertes in verschiedenen Bewegungsabfolgen vereinen.

Wie entstand Iaidō?

Nakayama Hakudo Die Anfänge der "Kunst des ersten Schnittes" liegen im Dunkel. Der Samurai Hayashizaki Jinsuke Shigenobu (1549 - 1621) soll der erste gewesen sein, der seine gesamte Strategie auf die Technik des Schwertziehens ausrichtete. Er gründete die Schule Hayashizaki Muso Ryu, die in hohem Ansehen bei den Tokugawa-Shogunen stand und ihr Wissen jahrhundertelang mündlich von Lehrer zu Schüler weitergab.
Mit dem 11. Großmeister kam es zu einer Spaltung der Schule in zwei Zweige, aus denen die heute am häufigsten praktizierten klassischen Stile des Iaido hervorgegangen sind: Musō Jikiden Eishin Ryū und Musō Shinden Ryū. Anfang des 20. Jahrhunderts hat Hakudō Nakayama die Formen des Musō Shinden Ryū (夢想神伝流) in die heute üblichen drei Stufen eingeteilt:

  1. Shoden - Omori Ryu (=erste Stufe)
  2. Chuden - Hasegawa Eishin Ryu (=Mittelstufe)
  3. Okuden (=dritte Stufe, "interne Überlieferung")
  4. .
Seit den 1960er-Jahren erstellt und betreut der japanische Kendoverband (ZNKR) ein zusätzliches System von standardisierten, modernen Trainingsformen.



Die meisten der heute geübten Formen - die oft im Sitzen beginnen -, simulieren Reaktionen auf einen unerwarteten Angriff aus völliger Ruhe heraus. Viele der Prinzipien des Iaidō - Schlichtheit, Achtsamkeit, Präsenz im Augenblick - stehen in engem Zusammenhang mit dem Zen-Buddhismus.